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Was passiert mit Mode-Retouren?

Was passiert mit Mode-Retouren?

27. Oktober 2020

Hallo ihr Lieben,
schon länger umtreibt mich die Frage was eigentlich mit unseren Retouren passiert, nachdem sie zurückgeschickt wurden. Kommen die Kleidungsstücke zurück in den Warenkreislauf? Ab wann bekommt der/die Kunde:in das Geld nicht mehr zurück?
Was passiert mit den Kleidungsstücken, wenn sie nicht mehr als „A-Ware“ gelten?
In diesem Zusammenhang bin ich auf das Projekt Become A-Ware gestoßen.

Become A-Ware stellt sich dieselben Fragen und sammelt Informationen zu dem aktuellen Umgang mit Retouren:

„In Deutschland werden bei manchen Online-Modehändlern 50% der bestellten Artikel retourniert, alles in allem zwischen 110 und 245 Mio. Stück pro Jahr (je nach Berechnungsgrundlage). Dazu kommen jede Menge Überhänge (Kleidung, die nicht verkauft wurde). Allein an textilen Bekleidungsartikeln bleiben jährlich 250 Mio. unverkauft. 30% der retournierten Waren gehen nicht mehr in den direkten Handel und werden sekundär verwertet, ein beträchtlicher Teil landet schlichtweg im Müll. Von den fast 80.000 Tonnen Alttextilien, die jedes Jahr in Berlin anfallen, werden 43.000 Tonnen verbrannt. Der Online-Handel ist für beinahe 50% des in Deutschland entstehenden Verpackungsmülls verantwortlich.“
– Become A-Ware

Für mich waren diese Informationen neu und sehr erschreckend. Become A-Ware spricht große Brands persönlich an und fragt nach was mit den Retouren passiert. Momentan lassen sie sich von verschiedenen Firmen (auch fair fashion Marken) Mode zu schicken, zerschneiden diese und nähen sie zu Unikaten wieder zusammen. Das Ganze geht dann in Retoure und das Ergebnis ist schockierend: Bei fast allen Marken, auch fair fashion Firmen, gibt es ohne Protest, brav das Geld zurück. Become A-Ware vermutet das die Kleidungsstücke nicht mal richtig angeschaut und sofort aus dem A-Warenkreislauf aussortiert werden.

Wir sollten uns also wirklich doppelt und dreifach überlegen, was wir aus dem Internet zu uns nach Hause bestellen wollen. Oder ob wir nicht doch lieber dem Fair Fashion Store um die Ecke einen persönlichen Besuch abstatten wollen.

Um eine Alternative anzubieten hat Become A-Ware eine eigene Kollektion erstellt, bestehend aus sonst zur Vernichtung verurteilten Retouren. Auf den Bildern könnt ihr ein Kleid sehen, dass eine Retoure beinhaltet. Das bunte Teil wurde umgestaltet und durch einen schwarzen Tencelstoff ergänzt. Tencel ist ein biologischer Stoff, den ich euch schon auf dem Blog vorgestellt habe.

Noch bis Ende des Jahres hat Become A-Ware einen Pop-Up Store im Karstadt am Hermannplatz in Berlin. Dort ist es möglich eine Retoure gegen eine andere zu tauschen oder ein Kleidungsstück gegen einen Gutschein. Mit diesem Gutschein ist es möglich einen Teil der Kollektion zu erwerben.
Die Idee dahinter ist, dass die Retouren nicht verbrannt oder günstiger in ein Nicht-EU Land weiterverkauft werden, sondern im A-Waren Kreislauf bleiben.

Ich hoffe sehr, dass das Projekt es schafft, mehr Transparenz im Umgang mit Retouren zu erreichen. Bis lang halten sich die großen Brands sehr bedeckt. Wenn ihr prägnante Erfahrungen mit Retouren gemacht habt, schreibt mir gerne oder tretet mit Become A-Ware in Kontakt. Ich bin gespannt was zu dieser Thematik noch aufgedeckt wird.


Alles Liebe,
Marie

copyright Julia Radewald

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